Christian Sailer | Kreisbrandmeister

Kommandantendienstversammlung 2026

Ebermannstadt – Im Rahmen der diesjährigen Kommandantendienstversammlung kamen zahlreiche Führungskräfte, Vertreter aus Politik sowie Mitglieder der Blaulichtfamilie in Ebermannstadt zusammen, um Bilanz zu ziehen, aktuelle Herausforderungen zu diskutieren und einen Blick in die Zukunft zu werfen.

Zu Beginn der Versammlung wurde in einem würdevollen Totengedenken an verdiente Feuerwehrkameraden erinnert. Genannt wurden unter anderem Alexander Schmuck, Gerätewart und Kreisausbilder für Maschinisten, Bernd Gebhard, langjähriger stellvertretender Kommandant der Feuerwehr Kirchehrenbach, Ernst Neuner, der als Kreisausbilder zahlreiche Maschinisten ausbildete, sowie Michael Krug, Kassier des Kreisfeuerwehrverbands und engagiertes Führungsmitglied.

Die Bürgermeisterin der Stadt Ebermannstadt, Christiane Meyer, hob in ihrem Grußwort die Bedeutung der Veranstaltung hervor und zeigte sich erfreut, dass der Kreisfeuerwehrtag im Jubiläumsjahr „150 Jahre Feuerwehr Ebermannstadt“ dort stattfindet. Sie betonte die gute Aufstellung der örtlichen Feuerwehren mit insgesamt elf Wehren, 346 aktiven Feuerwehrdienstleistenden und 69 Atemschutzgeräteträgern. Auch die erfolgreiche Umsetzung des Feuerwehrbedarfsplans sowie anstehende Maßnahmen zur Sanierung der Feuerwehrhäuser wurden hervorgehoben. Meyer lud zudem herzlich zu den Feierlichkeiten rund um das Jubiläum ein.

Auch der Landtagsabgeordnete Michael Hofmann unterstrich die Wichtigkeit der Versammlung. Im Mittelpunkt stehe die Frage, wie die Sicherheit der Bevölkerung im Landkreis weiter verbessert werden könne. Er ging insbesondere auf die jüngsten Änderungen im Feuerwehrgesetz ein, darunter die Anpassung der Altersgrenzen, die Möglichkeit zur Einführung von Altersabteilungen, Vergütungsmöglichkeiten für Ausbilder sowie die Option eines zweiten stellvertretenden Kommandanten. Hofmann bat um Rückmeldung aus der Praxis zur Umsetzbarkeit dieser Neuerungen.

Landrat Hermann Ulm dankte in seiner Ansprache allen Feuerwehrkameradinnen und -kameraden sowie den Führungskräften für ihr großes Engagement. Angesichts anhaltender Krisen, etwa in der Energie- und Rohstoffversorgung, betonte er die zunehmende Bedeutung des Zivil- und Katastrophenschutzes. Projekte wie die Erstellung neuer Alarm- und Einsatzpläne sowie zahlreiche Investitionen – darunter Fahrzeuge und Spezialausrüstung – unterstreichen die kontinuierliche Weiterentwicklung der Einsatzfähigkeit im Landkreis.

Trotz angespannter Haushaltslage bleibe die Ausstattung der Feuerwehren eine Pflichtaufgabe. Ulm verwies auf mehrere konkrete Projekte der vergangenen Jahre und der nahen Zukunft, darunter die Beschaffung eines TLF 4000 das in Ebermannstadt stationiert wird, sowie weiterer Spezialfahrzeuge. Auch Themen wie Blackout-Vorsorge, Not-Tankstellen und die Einführung eines Atemschutzpools seien zentrale Bausteine für die Zukunft.

Besonders emotionale Worte fand der Landrat zum Ende seiner Amtszeit: Nach zwölf Jahren im Amt blickte er auf eine intensive und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Feuerwehren zurück und verabschiedete sich mit großem Dank an die gesamte Blaulichtfamilie.

Kreisbrandrat Flake berichtete über die Entwicklung im vergangenen Jahr. Besonders erfreulich sei der steigende Frauenanteil sowie das starke Wachstum bei den Kinder- und Jugendfeuerwehren, die mit über 1.000 Kindern einen wichtigen Grundstein für die Zukunft legen. Gleichzeitig verwies er auf strukturelle Herausforderungen, etwa steigende Einsatzzahlen auch im ländlichen Raum und die zunehmenden Anforderungen im Zivil- und Katastrophenschutz.

Ein zentrales Problem stelle aktuell die fehlende Infrastruktur für neue, vom Bund bereitgestellte Spezialfahrzeuge dar. Hier appellierte Flake an die Politik, zunächst die notwendigen Stellplätze und Rahmenbedingungen zu schaffen. Weitere Schwerpunkte sind die Einführung des Atemschutzpools in diesem Jahr, die Verbesserung der Bevölkerungswarnung sowie die Vorbereitung auf mögliche Blackout-Szenarien.

Im Anschluss wurden mehrere Feuerwehrkameraden für ihr langjähriges Engagement in Führungspositionen geehrt. Für ihre langjährige Tätigkeit als Kommandant oder stellvertretender Kommandant wurden ausgezeichnet:

Harald Friedrich, FF Albertshof (20 Jahre Kommandant)

Matthias Galster, FF Ortspitz-Seidmar (20 Jahre stellvertretender Kommandant)

Roland Hohe, FF Birkenreuth (20 Jahre Kommandant)

Markus Neuner, FF Etzdorf-Türkelstein (20 Jahre stellvertretender Kommandant)

Dominik Schick, FF Dürrbrunn (20 Jahre Kommandant)

Patrick Walz, FF Pautzfeld (20 Jahre stellvertretender Kommandant)

Bernd Edelmann, FF Buckenreuth (25 Jahre Kommandant)

Klaus Hoffmann, FF Kersbach (25 Jahre Kommandant)

Bernd Mirsberger, FF Rosenbach (25 Jahre Kommandant)

Stefan Windisch, FF Hiltpoltstein (25 Jahre stellvertretender Kommandant)

Udo Burkard, FF Tiefenstürmig (30 Jahre Kommandant)

Ein Ausblick auf kommende Veranstaltungen rundete die Versammlung ab: Während für den Kreisfeuerwehrtag 2027 noch ein Ausrichter gesucht wird, steht bereits fest, dass der Kreisfeuerwehrtag 2028 in Langensendelbach stattfinden wird.

In der anschließenden Verbandsversammlung des Kreisfeuerwehrverbands wurde Landrat Dr. Hermann Ulm zum Abschied mit einer Figur des heiligen Florian geehrt. Auch seinem Nachfolger, Hanngörg Zimmermann, wurde symbolisch ein heiliger Florian überreicht, verbunden mit den besten Wünschen für eine erfolgreiche Amtszeit.

Die Kommandantendienstversammlung und Verbandsversammlung zeigte eindrucksvoll: Die Feuerwehren im Landkreis Forchheim sind gut aufgestellt, stehen jedoch vor wachsenden Herausforderungen, denen sie mit Engagement, Zusammenhalt und Weitblick begegnen.

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